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Fake-Shops erkennen: So schützt Ihr Euch beim Online-Shopping in der Schweiz

Betrugsmasche Fake-Shop: So fallt Ihr nicht darauf herein

Online-Shopping ist für viele von Euch längst selbstverständlich. Ob Mode, Elektronik oder Haushaltsartikel – mit wenigen Klicks wird bequem nach Hause bestellt. Genau diese Bequemlichkeit machen sich jedoch Betrüger zunutze. Hinter scheinbar attraktiven Angeboten oder raren Produkten können sich sogenannte Fake-Shops verbergen.

Besonders vorsichtig solltet Ihr sein, wenn ein Online-Shop Produkte zu auffallend tiefen Preisen anbietet oder Waren verfügbar sind, die bei bekannten Händlern längst ausverkauft sind. Schweizer Konsumentenschutzorganisationen warnen regelmässig vor betrügerischen Online-Shops und stellen dazu hilfreiche Informationen bereit.

Online-Shopping boomt – und mit ihm die Risiken

Der Onlinehandel wächst auch in der Schweiz kontinuierlich. Laut aktuellen Marktschätzungen liegt der Umsatz im Schweizer E-Commerce-Bereich im zweistelligen Milliardenbereich pro Jahr. Mit diesem Wachstum nimmt jedoch auch die Zahl der Betrugsfälle zu.

Kriminelle haben es dabei nicht nur auf Euer Geld abgesehen, sondern auch auf persönliche Daten wie Adressen, Telefonnummern oder Kreditkarteninformationen. Fake-Shops wirken oft täuschend echt: Professionelle Websites, hochwertige Bilder und angebliche Kundenbewertungen vermitteln auf den ersten Blick Seriosität. In vielen Fällen wird jedoch nie eine Ware geliefert.

Warnlisten und Unterstützung in der Schweiz

In der Schweiz bieten unter anderem folgende Stellen Unterstützung und Warnungen vor betrügerischen Online-Shops:

Watchlist Internet veröffentlicht regelmässig Warnmeldungen zu bekannten Fake-Shops, Betrugsmaschen und unseriösen Angeboten im deutschsprachigen Raum – inklusive Schweiz.

Wenn Euch ein Online-Shop verdächtig vorkommt, lohnt sich ein kurzer Abgleich mit diesen Plattformen.

So erkennt Ihr Fake-Shops im Internet

Auch wenn Fake-Shops immer professioneller gestaltet sind, gibt es typische Warnsignale. Achtet beim Online-Shopping besonders auf folgende Punkte.

Internetadresse genau prüfen

Ein Blick auf die URL kann bereits viel verraten:

  • ungewöhnliche oder zusammengesetzte Domain-Endungen
  • sehr lange oder unlogische Webadressen
  • fehlende verschlüsselte Verbindung (kein „https“)

Seriöse Online-Shops nutzen eine sichere Verbindung und eine nachvollziehbare Domain.

Preise, die unrealistisch tief sind

Extrem günstige Preise sind eines der häufigsten Lockmittel. Wenn Markenprodukte deutlich unter dem üblichen Marktpreis angeboten werden, solltet Ihr misstrauisch sein – auch wenn der Shop optisch seriös wirkt.

AGB, Datenschutz oder Widerrufsrecht fehlen

Seriöse Anbieter stellen ihre Allgemeinen Geschäftsbedingungen, Datenschutzinformationen und Hinweise zum Rückgaberecht klar und verständlich zur Verfügung. Fehlen diese Angaben oder sind sie offensichtlich schlecht übersetzt, ist Vorsicht geboten.

Kein oder unvollständiges Impressum

Auch in der Schweiz sind klare Anbieterinformationen Pflicht. Achtet darauf, ob folgende Angaben vorhanden sind:

  • vollständige Firmenadresse
  • Firmenname oder verantwortliche Person
  • E-Mail-Adresse
  • gegebenenfalls Handelsregistereintrag

Fehlen diese Angaben oder lassen sie sich nicht überprüfen, solltet Ihr keinen Kauf tätigen.

Gefälschte Prüfsiegel

Viele Fake-Shops werben mit bekannten Gütesiegeln, um Vertrauen zu schaffen. Achtet darauf:

  • Ist das Siegel anklickbar?
  • Führt der Link zur offiziellen Seite des Anbieters?

Seriöse Prüfsiegel lassen sich immer verifizieren.

Nur Vorkasse oder Kryptowährungen als Zahlungsart

Wenn ausschliesslich Vorkasse, Überweisung oder Kryptowährungen angeboten werden, solltet Ihr den Bestellvorgang abbrechen. Sichere Zahlungsarten sind zum Beispiel:

  • Kauf auf Rechnung
  • Kreditkarte mit Rückbuchungsmöglichkeit
  • Zahlungsdienste mit Käuferschutz

Der Bestellbutton muss zudem klar auf die Zahlungspflicht hinweisen.

Auffällige Bewertungen

Seid skeptisch bei extrem positiven Bewertungen ohne Kritik – insbesondere, wenn diese nur im Shop selbst erscheinen. Eine kurze Suche über Suchmaschinen kann helfen, echte Erfahrungsberichte oder Warnungen zu finden.

Unsicher? Nutzt einen Fake-Shop-Check

Bei Unsicherheit könnt Ihr Online-Tools wie den Shop-Check von Watchlist Internet nutzen. Dort gebt Ihr die Webadresse ein und erhaltet eine Einschätzung, ob es sich um einen seriösen Anbieter handeln könnte.

Im Zweifel gilt: Lieber nicht bestellen.

Auf einen Fake-Shop hereingefallen – was tun?

Solltet Ihr Opfer eines Fake-Shops geworden sein, ist rasches Handeln entscheidend:

  1. Kontaktiert umgehend Eure Bank oder den Zahlungsdienstleister, um Zahlungen zu stoppen
  2. Sichert alle Unterlagen, zum Beispiel:
    • Bestellbestätigungen
    • E-Mails
    • Screenshots der Website
    • Zahlungsnachweise
  3. Erstattet Anzeige, etwa bei der Polizei oder über entsprechende Online-Meldeformulare

Je schneller Ihr reagiert, desto besser lassen sich Schäden begrenzen.

Fazit

Online-Shopping bietet viele Vorteile – setzt aber Aufmerksamkeit voraus. Mit einem kritischen Blick auf Preise, Zahlungsarten, Anbieterinformationen und Internetadressen schützt Ihr Euch wirksam vor Fake-Shops. Nutzt offizielle Warnstellen und vertraut im Zweifel lieber auf Euer Bauchgefühl.

Sicher einkaufen heisst: informiert bleiben und im Zweifelsfall verzichten.

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